Ford GT Supersportwagen - Menschen mit koerperlicher Behinderung

Viel PS, High-Tech auf dem höchsten Niveau und elegantes Understatement: Bilder von Autos wecken in uns oft diese Assoziationen. Doch inzwischen setzen viele Automobilhersteller bei ihrer Bild-PR nicht mehr nur auf die klassischen Hochglanzfotos, sondern stellen den Nutzen für den Menschen in den Vordergrund. So wie Ford. Ralph Caba leitet den Bereich Öffentlichkeitsarbeit beim Kölner Automobilkonzern und ist dieses Jahr in der Jury des PR-Bild Award. In TREIBSTOFF erzählt er, wie Bild-PR bei Ford funktioniert und warum man bei visueller Kommunikation keinesfalls zu klein denken sollte.

Ralph Caba Ford PR-Bild Award Jurymitglied 2018

Ralph Caba verantwortet den Bereich Communication & Public Affairs für Ford in Deutschland. Der studierte Diplom-Ingenieur startete seine Karriere als Techniker einer Spedition und später als Dozent an einer technischen Fachschule, bevor er 1990 zu Ford Deutschland nach Köln wechselte. Er war in verschiedenen Positionen u.a. in den Bereichen Marketing-Kommunikation, Produktmarketing, Dealer-Relations und Business-Planning tätig. Danach wechselte er in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, den er seit 2010 als Direktor leitet.

TREIBSTOFF: Sie sind gelernter Ingenieur. Auch Fotografie hat viel mit Technik und Handwerk zu tun – obwohl ja auch viele Stimmen sagen, dass heutzutage jeder mit seinem Smartphone und den zig Photo-Apps tolle Photos schießen kann. Was meinen Sie?

CABA: Beides stimmt. Fachlich ist es immer hilfreich, wenn man auf eine gute Ausbildung aufbauen kann. Wissen, Erfahrung und Fertigkeiten sind wichtig, um einen guten Job zu machen – nicht nur in der Fotografie. Wir alle kennen aber auch perfekte Beispiele, wo Öffentlichkeit und Verbreitung von Themen durch einfache Handyfotos oder Videos unterstützt oder gar erst ausgelöst wurden. Vor diesem Hintergrund ist ein tolles Foto immer eines, das bei Menschen Wirkung erzielt – egal ob vom Fotografen oder einfach mit dem Smartphone geschossen.

TREIBSTOFF: Wie setzen Sie bei Ford die Produkte und Services Ihres Konzerns in Szene?

CABA: Natürlich ist es für Ford als Auto- und Mobilitätsanbieter wichtig, die Produktpalette, also in erster Linie unsere Fahrzeuge, bestmöglich zu zeigen. Marken- und Produktbekanntheit sind der erste Schritt im Prozess für eine Kauf- oder Nutzungsentscheidung. Dabei geht es uns aber weniger um die klassischen Auto-Hochglanzfotos, sondern vielmehr darum, das Auto in Szene zu setzen und den konkreten Vorteil für den Nutzer zu zeigen. Das Spektrum möglicher Themen ist sehr breit. Eine spezielle Sicherheitstechnologie, ein Komfortfeature oder eine besonders einfache Interaktion mit dem Fahrzeug sind genauso möglich wie emotionale, lifestylige Bilder eines Fahrzeugs oder eines Innenraumes.

Wir möchten mehr als ‚nur‘ visuelle Präsenz. Wann immer möglich, zeigen wir unsere Fahrzeuge, Mobilitätsangebote und auch Themen aus der Unternehmenskommunikation in Verbindung mit Menschen, für die wir diese Angebote machen. Es ist schon etwas ungewöhnlich, wenn wir einen der ersten an Kunden ausgelieferten Ford GT-Supersportwagen nicht auf der Straße oder der Rennstrecke fotografieren, sondern mit einen Kunden mit körperlicher Behinderung, der sich damit seinen Traum erfüllt. (siehe Foto oben, Anm.d.Red.)

Ein anderes Beispiel ist unser Engagement für Bike-Sharing. FordPass-Bikesharing ist eine Initiative, die man nicht unbedingt von einem Automobilhersteller erwartet, die aber von der Öffentlichkeit und insbesondere den Nutzern sehr gut angenommen wird.

Ford FordPass Bikesharing

Eine ungewöhnliche Initiative für einen Automobilhersteller: das FordPass-Bikesharing. Foto: Carsten Görling

TREIBSTOFF: Wo holt sich Ford für seine Bild-PR Inspirationen?

CABA: Überall. Neben Themen wie etwa Fashion, Living oder Sport sind Auto und Mobilität sicher Themen, die viel über mich als Person aussagen (können), sehr sichtbar und gesellschaftlich stets präsent sind. Entsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten, inspiriert zu werden oder Ideen zu generieren und das kann immer und überall passieren. ‚For a person like me?‘ – ist ein Kriterium, das wir benutzen, wenn wir ein Produkt oder Angebot kommunizieren. Die Herausforderung ist: Fühle ich mich wirklich selbst, individuell und als Person angesprochen und eben nicht nur als „Zielgruppe“.

TREIBSTOFF: In Zeiten von permanenter Bildüberflutung im Netz: Was ist für Sie ein herausragendes PR-Bild?

CABA: Da kann ich mich sehr kurz fassen: Ein gutes PR-Bild wird nicht durch Technik, Perspektive, Farbe oder ähnliches definiert. Ein gutes PR-Bild weckt Emotionen, erzielt Wirkung und benötigt eigentlich keinen erklärenden Text.

TREIBSTOFF: Welche Fehler sollte man bei PR-Bildern unbedingt vermeiden?

CABA: Nie zu klein denken. Ein Motiv, von dem es nur ein Bild gibt, oder ein Bild, das nur für ein einzelnes Medium angelegt ist, funktionieren nicht. Eine gute Auswahl erleichtert Journalisten und Redakteuren die Arbeit und führt letztlich zu einer besseren Verbreitung.

Nicht zu klein denken bei Bild-PR: mehrere Motive erleichtern Journalisten die Arbeit und führen zu einer besseren Verbreitung. Klick um zu Tweeten

TREIBSTOFF: Was sind Ihrer Meinung nach die auffälligsten Trends in der aktuellen Fotografie?

CABA: Smartphone-Kameras ermöglichen inzwischen wirklich hochwertige Fotos und über Instagram ist es sehr leicht, Bilder in der Community zu sharen. Deshalb beschäftigen sich heute sehr viel mehr und besonders junge Leute mit Fotografie. Es gibt nicht nur viel mehr Fotos, ich beobachte auch sehr viel neue Kreativität.

TREIBSTOFF: Was wünschen Sie sich als neues Jury-Mitglied für den diesjährigen PR-Bild Award?

CABA: Ich freue mich auf neue, ungewöhnliche und vielleicht auch überraschende Bilder und einen inspirierenden Gedankenaustausch in der Jury.

 

Machen Sie mit! Noch bis zum 15. Juni können Sie Ihre besten PR-Bilder des letzten Jahres einreichen. Wir sind gespannt auf Ihre Bilder!

www.pr-bild-award.de

www.pr-bild-award.ch

 

 

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