Die erfolgreichsten Apps der Welt sind Messenger. Warum also nicht dieses gelernte und erfolgreiche Prinzip auch für News-Angebote nutzen? Quartz hat es getan. Und zeigt dabei, wie der Nachrichtenkonsum der Zukunft aussehen kann. Unser App-Check!

Nach der Installation geht es sofort los: Eine Sprechblase erscheint auf dem Bildschirm („Hey there.“). Sonst nichts. Kurzes Blinken von drei Punkten, als ob das Gegenüber eine Nachricht schreibt. Die nächste Sprechblase kommt: „Thanks for trying our new app! It’s a conversation about the news.“ Darunter ein Button: „Like this?“ Mit einem weiteren Fingertipp betritt man das Quartz-Universum. Innerhalb weniger Sekunden. Ohne Schnick-Schnack.

Alle News, die Quartz an seine Leser übermittelt, werden – wie bei Messenger-Diensten üblich – kurz und knapp in einer Bubble dargestellt. Nicht immer im feinsten Nachrichtensprech. Dafür aber meist etwas unterhaltsamer. Unter jeder Bubble finden sich Buttons, mit denen der User sagt: Ich will mehr. Oder: Ich will ein anderes Thema. Oft hübsch garniert mit Emojis. Oder auch mit klug gesetzten GIFs. Das macht Spaß.

App-Check "Quartz"

Ressorts oder Themen sucht man vergebens. Quartz allein entscheidet, was auf den Bildschirm kommt. Nach einigen Bubbles zu einem bestimmten Thema kann der User direkt ins Web springen und die Langversion eines Beitrags lesen. Entweder landet er dann auf der News-Seite von Quartz selbst oder auf anderen Angeboten wie dem Guardian oder der BBC. Quartz gibt damit auch anderen Playern einen Share. Das ist fair und steigert das Vertrauen in die Informationsauswahl.

Fazit: Quartz ist eine feine Alternative, falls man der üblichen Nachrichtenangebote etwas müde geworden ist. Gut geeignet für den schnellen und unterhaltsamen News-Snack unterwegs. Naturgemäß sind die Infohäppchen global gewählt, sodass den Usern oft die wohlige Regionalität fehlt. Eine deutsche Ausgabe wäre also toll. Als Komplettmedium ist die App allerdings nicht geeignet. Wohl aber als leckere Alternative nach zu viel Hausmannskost.

Außerdem öffnet Quartz den Blick auch auf zukünftige Szenarien in der Kommunikationsbranche. Warum einem Journalisten oder Influencer immer die komplette Pressemitteilung schicken? Warum nicht einen kurzen Teaser und der Empfänger entscheidet dann selbst, wie tief er informiert werden will? Step by Step und je nach Bedarf. Und vielleicht sogar unterhaltsam programmiert mit einem Reply-Bot, der das Image des Unternehmens widerspiegelt? Wie auch immer, das Thema Conversational News wird uns sicher noch länger begleiten und für neue Angebote von Medien und Marken sorgen.

Weitere Infos unter:

www.qz.com

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