Was am Ende übrig bleibt vom Fernsehen und von YouTube

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Freitag, 21. Juni 2013 um 10:40 Uhr | Keine Kommentare

Farhad Manjoo is Slate’s technology columnist

Ich schaue eher Webvideo als fern. TV schaue ich wenn, dann nur am Rechner oder Tablet. Ein speziell nur für dieses Medienangebot geeignetes Endgerät, aka Fernseher, hab ich seit Jahren nicht mehr. Aber obwohl meine Sympathien eindeutig auf Seiten des Webvideo liegen halte ich wenig davon, sich im ständigen Bemühen aufzureiben, das Eine (Webvideo) als den Totengräber des Anderen (TV) darzustellen. Ich verstehe immer noch nicht, wozu das gut sein soll.

Eine schöne Einordnung zu diesem Thema, mit etwas Wasser für meine Mühlen, habe ich heute bei Slate gefunden. “We watch as much YouTube in a month as we watch TV in a day”, schreibt dort unter anderem und liefert damit einmal eine Einordnung der Größenverhältnisse. Das sagt erstmal gar nichts über Qualität der Inhalte. Schon gar nicht relativiert es die Leistungen erfolgreicher YouTuber, die mit Ihrem Angebot in einigen Fällen mehrere Millionen Zuschauer erreichen. YouTube und das klassische Fernsehen als vermeintlich vergleichbar darzustellen und daraus abzuleiten, das YouTube das Fernsehen irgend wann ablösen wird, ist aber einfach Quatsch.

Hauptstadtpolitiker liegen bei der YouTube Nutzung vorn

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Mittwoch, 05. Juni 2013 um 09:58 Uhr | Keine Kommentare

Eine interessante Untersuchung, die der BITKOM da in Auftrag gegeben hat. Soziale Netzwerke werden von den Abgeordneten des Deutschen Bundestages fast flächendeckend genutzt. 8 von 10 Volksvertretern nutzen die verschiedenen Dienste von Facebook bis Xing. Oder aber sie haben zumindest jemanden, der das Internet für sie bedient.

Facebook und Twitter liegen in der Nutzung ganz vorn. YouTube wird nicht ganz so häufig genutzt. Angesichts des vergleoichsweise höheren Aufands einer Videoproduktion im Vergleich zu 140 Zeichen oder einem Statusupdate mit Bild ist das nachvollziehbar. Das schnelle, vor ort improvisiert gedrehte Bewegtbild ist offenbar die Sache der Politiker nicht.

 

 

Bundesland (Anz. MdB)

Facebook

Twitter

YouTube

Saarland (10)

100,0%

70,0%

50,0%

Hamburg (13)

92,3%

76,9%

46,2%

Berlin (23)

91,3%

82,6%

52,2%

Thüringen (18)

94,4%

44,4%

50,0%

Baden-Württemberg (84)

87,0%

54,8%

46,4%

Niedersachsen (62)

77,4%

51,6%

43,5%

Hessen (45)

77,8%

66,7%

48,8%

Bayern (90)

80,0%

36,7%

38,8%

Schleswig-Holstein (24)

66,7%

66,7%

41,7%

Bremen (6)

66,7%

66,7%

50,0%

Nordrhein-Westfalen (129)

70,5%

49,6%

45,7%

Rheinland-Pfalz (31)

80,6%

51,6%

35,5%

Mecklenburg-Vorpommern (14)

78,6%

42,8%

40,8%

Sachsen-Anhalt (17)

76,4%

76,4%

35,3%

Sachsen (35)

60,0%

40,0%

25,7%

Brandenburg (19)

52,6%

26,3%

21,1%

Quelle: BITKOM

Was kommt nach dem Fernsehen?

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Montag, 04. Februar 2013 um 09:27 Uhr | Keine Kommentare

Das ist für mich definitiv eine der unwichtigsten Bewegtbild-Fragen. Zentral ist die Frage, wie sich die Inhalte finanzieren lassen. Wenn das Fernsehen eines Tages nicht mehr auf werberelevante Reichweiten kommen sollte, gibt’s auch kein Geld mehr für die Produktion hochwertiger Inhalte. Jetzt könnte man böse sein und sagen, dass es trotz üppiger Finanzausstattung im deutschen Fernsehen trotzdem nur B- oder C-Ware zu sehen gibt. OK, geschenkt. Aber selbst in den USA, aus denen momentan die erfolgreichsten und rein subjektiv besten Serien kommen, stehen die klassischen  Sender vor ähnlichen Problemen. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang einen Beitrag im aktuellen Economist. Die neue Erfolgsserie “House oft Cards” beispielsweise wird nicht durch einen klassischen Sender produziert und ausgespielt, sondern durch Netflix, einen Online Videoverleiher.

Auch Onlinehändler Amazon will in das Produktionsgeschäft einsteigen und YouTube verfolgt schon länger eine “Profi Content Strategie”. Sevenload gab dieser Tage bekannt, die User Generated Content Sparte zugunsten professioneller Inhalte zu schließen.

Und in Deutschland? Wie der BITKOM in einer der jüngsten Pressemitteilungen berichtet, entwickelt sich der Online-Videomarkt auch hierzulande rasant. 41 Prozent der Internetnutzer beziehen Filme im Internet schreibt der BITKOM. Spätestens wenn sich die Finanzierung über Werbung und Bezahlmodelle außerhalb des klassischen TV etabliert, werden auch hierzulande die Bilder nicht mehr exklusiv von den Sendern kommen. Auf dem Fernseher sind die dahin ohnehin schon allemal.

Graf Zahl bei YouTube

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Donnerstag, 03. Januar 2013 um 09:46 Uhr | Keine Kommentare

Als Kind fand ich Graf Zahl von der Sesamstraße faszinierend und etwas beunruhigend. Ein klein wenig durchgedrecht war er ja schon. Mittlerweile habe ich akzeptiert und verstanden, welche Rolle Zahlen in unserem Leben spielen. Hier ein nicht mehr ganz neuer aber interessanter Blick darauf, wie YouTube Videoviews zählt und bewertet und warum der Zähler manchmal bei 301 stehen bleibt. Vielen Dank an Brady Haran von numberphile.

Wie bekomme ich 4 Mio Zuschauer auf YouTube? Mit Quatsch!

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
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Donnerstag, 18. Oktober 2012 um 16:55 Uhr | 2 Kommentare

Ich muss gleich warnen, es wird etwas geflucht im Video. Aber, so sind die jungen Leute eben ;-)

4 Millionen in weniger als vier Wochen. Das ist gut, sehr gut.

Hallo? was ist denn hier los? Nachtrag vom 19.10.2012, 09:57 Uhr: Das Video hat über Nacht nochmal 4 Millionen zugelegt. Ich denke mal, dass sich die Schwaben von den Werbeerlösen auf YouTube demnächst ein Häusle bauen können. Zumindest können sie davon im Winter ihren Pool heizen.

Video im Mittelstand

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
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Freitag, 06. Januar 2012 um 11:05 Uhr | Keine Kommentare

Ich werde bei Veranstaltungen immer wieder gefragt, in welchem Rahmen kleine und mittelständische Unternehmen Webvideo einsetzen können und sollen. Ich plädiere dann immer dafür zu überlegen, wie man seinem Unternehmen und den Produkten, für die das Unternehmen steht, ein Gesicht geben kann. Ganz konkret: Wer sind die Menschen, die hinter dem Unternehmen und seinen Produkten stehen? Sind Sie glaubwürdig? Wie kommen sie rüber?

Hierzulande tue ich mich dann aber einigermaßen schwer, entsprechend gute Beispiele zu finden. Man kommt relativ schnell auf solche Knaller wie den Spot von Mustafa’s Gemüsekebap. Der Spot ist toll, aber eigentlich schon wieder zu gut und als ursprünglicher Kinospot kein wirklich passendes Beispiel. Andere Beispiele erinnern dann oft eher an Kinowerbung für Pizzaläden oder den Friseur um die Ecke.

Heute bin ich dann über die Facebookseite der Leica AG auf den Internetladen Robert White Photographic Ltd aufmerksam geworden. Die Kollegen nutzen ihren YouTube Kanal gezielt, um neue Produkte vorzustellen, zu bewerten und zu erklären. Ein Musterbeispiel dafür, wie es gehen kann. Der Zuschauer bekommt im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von dem Produkt und sieht sofort, dass der Verkäufer dahinter ein Experte ist.

Die Umsetzung scheint in Eigenregie zu erfolgen. Mitunter ist der Ton nicht 100-prozentig und das Bild etwas unscharf. Allerdings nie so, dass man als Zuschauer sich mit Grausen abwendet. Der Protagonist erklärt sein Angebot, in klaren Worten und offenbar überzeugt von dem, was er anbietet. Dabei ist er niemals marktschreierisch. Aus meiner Sicht ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch.

Politik in Zeiten von YouTube

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
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Mittwoch, 14. Dezember 2011 um 11:46 Uhr | Keine Kommentare

In den USA steht die Nominierung des republikanischen Herausforderers von Präsident Obama bei den kommenden Wahlen ins Haus. Zahlreiche Hoffnungsfrohe versuchen sich zu positionieren und von ihren Mitbewerbern abzugrenzen. Natürlich spielen die Medien beim Transportieren der Botschaften nach wie vor eine zentrale Rolle. Aber: YouTube hat hier jetzt fast die Rolle eines unfreiwilligen Korrektivs eingenommen. Nutzer posten eigene Videos und drehen die Botschaften ins Lächerliche. Oder Onlineredaktionen lokaler Medien nutzen die Plattform als verlängerte Werkbank und präsentieren ihr Material einem landesweiten Publikum. Die Abrufzahlen sind phänomenal.

Drei der ausichtsreichsten Kandidaten Mitt Romney, (Gouverneur, Massachussetts), Herman Cain, (Lobbyist, National Restaurant Association) und Rick Perry, (Gouverneur, Texas) hatten bereits ihre YouTube Momente. Ich habe hier einmal vier Beispiele zusammengestellt:

  • Mitt Romney vergisst, welche Regierungsbehörde er als Präsident abschaffen will.
  • Herman Cain weiß auf die Frage seiner Position zur Lybienpolitik des Präsidenten keine rechte Antwort.
  • Rick Perry versucht in einem Wahlspot homophobe Strömungen zu bedienen und beschert sich damit eine Flut an sarkastischen Persiflagen auf YouTube.

Regierungs Generated Content

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
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Montag, 31. Oktober 2011 um 10:00 Uhr | Keine Kommentare

Über eine interessante Meldung bin ich heute gestolpert: Bundeskanzlerin Merkel beantwortet auf YouTube Fragen von Bürgerinnen und Bürger. Mit ihrem Podcast hat die Bundeskanzlerin schon vor Jahren Maßstäbe gesetzt. Zumindest war sie eine der ersten westlichen Regierungschefs, die das Medium für sich nutzten. In den Medien wurde damals bisweilen kritisiert, dass die Kanzelrin damit die traditionelle Rolle der Journalisten als Mittler von Informationen aushebelt. Jetzt also YouTube. Das ist konsequent. Und das interesse ist groß: Bis Sonntag 9:30 sind laut Berliner Morgenpost 1216 Fragen an die Kanzlerin eingegangen. Außerdem wurden 67.180 Stimmen dazu abgegeben.

Der direkte Link: http://www.youtube.com/bundesregierung

Ein Meilenstein für Webvideo

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
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Freitag, 29. April 2011 um 08:35 Uhr | Keine Kommentare

Ich mag die königliche Hochzeit. Nicht weil ich Royalist bin und mir unseren eigenen Willie zurück wünsche. Viel lieber mochte ich die Inauguration Barack Obamas. Die Amtseinführung des US-Präsidenten war und die königliche Hochzeit wird ein großer Moment in der Geschichte des Webvidos werden. Weltweit werden heute Millionen von Zuschauern die Zeremonie nicht im Fernsehen, sondern über YouTube per Livestream verfolgen. Die Zuschauer werden sich vielleicht in einigen Jahren so daran zurück erinnern, wie ich mich (dunkel) an die erste Mondlandung auf dem Schwarzweißfernseher meiner Großeltern erinnere.

Matthias Morr, Multimedia-Journalist: Authentizität ist auch für Unternehmen das Wichtigste an einem Video

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Dienstag, 05. April 2011 um 09:16 Uhr | 3 Kommentare

Nicht nur Unternehmen setzen verstärkt auf Bewegtbild in der Kommunikation. Für viele Journalisten bieten Plattformen wie YouTube neue Betätigungsfelder.  Unternehmen wiederum können journalistische Produktionen als Orientierungshilfe auf der Suche nach der geeigneten Aufbereitung ihrer Inhalte im Webvideo nutzen.

Ich sprach in Hamburg mit dem freien Journalisten und Videoproduzenten Matthias Morr über seine Herangehensweise, seine Themen und die Erfolgsfaktoren seiner Videos.


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