Auf so manchem Kongress wird bei der Frage nach der Zukunft von klassischen Fernsehen und Webvideo die Trennlinie immer noch hart an den Endgeräten entlang geführt. Fernsehen ist für die Entspannung im Wohnzimmer zuständig. Lean back, davor darf man also in Ruhe einschlafen. Webvideo ist interaktiv. Lean forward. Schnell, pixelig und selbst gemacht und findet am Schreibtisch über PC statt.
Diese Aufteilung wird mit jedem Tag, an dem TV Geräte verkauft werden, irrelevanter. Viele radikale Veränderungen kommen auf leisen Sohlen daher. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) meldet heute einen Boom der internetfähigen TV Geräte. Jedes fünfte 2010 verkaufte Gerät wird Internetzugang haben. Damit haben YouTube und Co. endgültig einen Fuß in der Tür zum Wohnzimmer. Ich bin überzeugt, das Webvideo neben klassischem TV die Nutzung dieser Geräte bestimmen wird.
Alexander Kluges TV-Produktion dctp bietet neuerdings feinste social media Videoinfos zum Mitnehmen an. Seit einigen Tagen lassen sich die Beiträge der Rubrik Meinungsmacher auch für iPod und iPhone herunterladen. Ein heißer Tipp für die nächste lange Zugfahrt. Den direkten Link zum iTunes-Abo gibt’s übrigens hier: http://itunes.apple.com/de/podcast/meinungsmacher/id350348148 (funktoniert, sofern iTunes auf Ihrem PC oder MAC installiert ist)
In einem Interview mit faz.net spricht Hulu-CEO Jason Kilar über seine Expansionsstrategie. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle, sagt Kilar. Die Frage, wann Hulu nach Deutschland kommt, beschäftigt Kenner der Videoszene schon länger. Hulu ist in den USA mit seinem Angebot an TV-Zweitverwertungen sehr erfolgreich. Bisweilen wird der YouTube Konkurrent schon als Nachfolger der Google-Tochter gehandelt. Noch viel interessanter als Kilars mehr oder weniger klare Andeutungen finde ich die jüngsten Entwicklungen bei Hulu in den USA. Dort haben sich nämlich erfolgreiche Comedy-Shows bereits wieder von der Plattform verabschiedet. Das berichteten der Fachdienst NewTeeVee.com und Spiegel Online in dieser und der letzten Woche. Ich bin gespannt, wie die Hulu-Kollegen mit der reflexhaft allergischen Reaktion deutscher Medien beim Thema Contentaggregation umgehen. Zumal die TV Sender in Deutschland ihre Onlineaktivitäten nicht einmal selbst refinanzieren können. Geschweige denn, über einen weiteren Aggregator.
Hinweisen möchte ich Sie auf zwei Geschichten, die ich heute gefunden habe. Die Welt berichtet in ihrer Onlineausgabe vom Siegeszug des Onlinevideos. Vor allem in der Werbung und im Corporate Publishing hat Onlinevideo sehr gute Perspektiven. Dem kann natürlich an dieser Stelle nicht widersprochen werden.
Wasser auf meine Mühlen bekam ich auch beim Lesen des Blogposts von Leander Wattig. Im Interview erklärt dort MDR-Sputnik Programmchef Eric Markuse die social media Strategie des Senders. Das Komplette Interview finden Sie hier.
Internetzugang auf mobilen Endgeräten wird das kommende Jahrzehnt bestimmen, das ist heute eine Kernaussage des Deutschen Medienkongress 2010. Bewegtbild wird auf diesen Geräten eine zentrale Rolle spielen. Dabei sind eigene, auf die mobile Nutzung zugeschnittene Inhalte gefragt. Eine einfache Zweitverwertung von TV- oder sogar Web-Inhalten wird nicht funktionieren. Nutzer wollen Geschichten sehen, die sie unterhalten oder eine informative Relevanz besitzen.
Facebook schließt als Videoplattform zu YouTube und Co. auf. Das berichtet der Internet-Dienst cnet unter Berufung auf Nielsen’s VideoCensus.
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Im Interview mit der Videobloggerin Daisy Whitney (New Media Minute) empfiehlt der Online-Video Spezialist Kevin Nalty, eigene Erfolgserwartungen nicht an viralen Videokampagnen auszurichten.
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Versechsfachen soll sich der Datenverkehr im Internet zwischen 2007 und 2012. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP am 18.11.2009 vom Rande einer Konferenz im ägyptischen Badeort Sharm El-Sheikh. Den gesamten Artikel gibt es hier auf Englisch.
Ein spannendes Interview auf ABC Radio National aus Sydney geht der Frage nach, welchen Stellenwert “Qualität” in Zeiten des Webs hat. What if ‘near enough is good enough‘. Fazit:
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