Wohinter wirklich kluge Köpfe stecken – Die iPad App der Washington Post
Ein schnittiges Video zur neuen iPad App der Washington Post. Die Hintergrundinfos und eine treffende Einschätzung finden Sie bei Richard Gutjahr.
Ein schnittiges Video zur neuen iPad App der Washington Post. Die Hintergrundinfos und eine treffende Einschätzung finden Sie bei Richard Gutjahr.
Die geschätzten Kollegen von infotainweb haben da einen interessanten Video-O-Ton von WAZ-Chef Bodo Hombach eingefangen. Wie auch andere Zeitungshäuser setzt die WAZ-Gruppe auf bezahlte Apps. Im frei zugänglichen Web allerdings werde man die Kostenlos-Kultur nicht zurückdrängen können, meint Hombach. Das heißt also, wenn die Zeitungen mit Journalismus im Web Geld verdienen wollen, müssen sie raus aus dem Web und rein in die Apps. Ich bin mal gespannt, wie man die bisher übersichtlichen App-Reichweiten den Werbern schmackhaft machen will. Vielleicht schafft man es ja, Google an der Entwicklung der Apps zu beteiligen.
Heute morgen hatten wir Besuch. Sehr sympathischen Besuch. Katharina Borchert war von der Brandstwiete für ein Stündchen in den Mittelweg gekommen. Ein weitaus kleineres Publikum als für sie mittlerweile üblich erwartete sie: wir Kollegen von news aktuell. Noch immer habe sie ein schlechtes Gewissen, bei einer dpa-Tochter aufzutreten. Musste sie nicht, schließlich wollten wir nur Eines: Informationen aus dem Nähkästchen. Seit einem halben Jahr ist Borchert zurück in Hamburg und Geschäftsführerin von Spiegel Online.
Borchert über die Macht sozialer Netzwerke:
“Ich bin ein Social-Media-Junky”. Ja, das eint Katharina Borchert mit uns bei news aktuell. Auf die Frage “Wer von Ihnen nutzt Facebook?” gingen alle Finger nach oben. “Wunderbar. Dann sind Sie MEINE Zielgruppe hier”. Sonst würden sich immer nur zwei bis drei melden und verschämt beteuern: “Ich schaue ab und zu mal meinem Sohn über die Schulter und hab das schon mal gesehen”.
Spannend für alle Kommunikatoren: neben den klassischen Wegen wie Pressemitteilungen spielen die sozialen Netzwerke eine immer größere Rolle für Journalisten. “Viele Redakteure bei Spiegel Online folgen Twitterfeeds von Unternehmen und informieren sich via Twitter.” Borchert selbst nutzt Twitter, “um Feedback einzuholen, Experten zu finden, Tendenzen abzufragen”. Facebook wird ihrer Meinung nach unser Mediennutzungsverhalten in den nächsten Jahren fundamental verändern: “Gerade die jungen Leser wollen peer-group-gefilterte Nachrichten”. Sie lassen sich lieber News von ihren Freunden empfehlen, als sich auf klassischen Medienseiten zu informieren.
Borchert über das iPad:
“Ich halte es für gefährlich, dass sich viele Verlage derzeit ausschließlich auf die Möglichkeiten des iPad konzentrieren.” Sie sollten stattdessen überlegen, wie man mit der eigenen Website Umsätze erzielen kann. “Wir werden uns nicht Herrn Jobs ausliefern und seiner Gunst, uns nicht aus dem iTunesStore zu werfen.”
Borchert über Paid Content:
“Spiegel Online verdient seit fünf Jahren Geld. Wir schreiben schwarze Zahlen. Daher machen wir uns wenig Gedanken über Paid Content. Das spielt bei uns kaum eine Rolle.” Stattdessen setzt SpOn massiv auf Reichweite (was wunderbar gelingt: nicht umsonst führt Spiegel Online das Ranking der meistgenutzten Onlinemedien an). “Wir haben gar kein Interesse daran, unsere Inhalte hinter einer Paywall zu verstecken.” Außerdem: “Wenn Kunden ein Abo für Nachrichten abschließen müssen, warum sollten sie das bei uns tun.”
Weitere Zitate von Katharina Borchert, u.a. zu Lokaljournalismus, Google und Fact checking beim Spiegel gibt’s hier: www.twitter.com/dieliebich
Katharina Borchert twittert übrigens als @lyssaslounge.
Und wer noch nicht genug hat, auf Facebook gibt’s bewegten Input: das Interview mit Katharina Borchert, geführt von meinen Kollegen Thomas Wagensonner und Ilona Aziz.
Die heutige Meldung der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) fand ich beachtlich. Die Zahl privater TV und Radioangebote nimmt ab. Verantwortlich dafür sind laut ALM der Strukturwandel der Medien und die Digitalisierung. Viele Fachleute, echte und gefühlte, prophezeien schon länger, dass das mediale (Über-)Angebot schrumpfen wird. Im Augenblick betrifft dieser Prozess allerdings erst die Peripherie, nicht das Kerngeschäft großer Anbieter. Man darf gespannt sein, wie es damit weiter geht. Vor allem bei der Frage, welche medialen Angebote die Lücken schließen werden, die sich in Zukunft auftun. Unabhängige lokale Multimedia-Angebote im Web? Regionalisierte Ableger großer Verlage, zentral von der Stange produziert? Wir werden es erleben.
Laut einer Erhebung des Medien-Trendmonitors 2010 unter rund 2500 befragten Journalisten steht YouTube als Social-Media-Dienst hoch im Kurs. Auf den weiteren Plätzen folgen Xing und Facebook. Weitere Infos zu den Ergebnissen gibt es unter www.wuv.de. Alle Einzelergebnisse erhalten Sie ab Mitte Juni direkt bei news aktuell. Und natürlich auf unserer facebook-Seite.
Zumindest für das Podium des media coffees vom 06.05.2010 bietet die Medienzukunft viele Chancen. Nicht nur wegen des iPads.
Die Pressemitteilung gibt es hier.
Das Fernsehen meistert die Medienkrise besser als andere traditionelle Medien, vor allem Print. Zu diesem Schluss kommt ein “Special Report” des englischen Nachrichtenmagazins The Economist. Das Fernsehen kann die Chancen neuer Technologien wie Internet oder Webvideo besser nutzen. Es wird interaktiver und in Teilbereichen “webbiger”. Warum das gerade diesem Medium leichter fällt als anderen, wo aber dennoch die Herausforderungen liegen, lesen Sie in diesem Bericht.
Die Pressestelle der japanischen Automarke Infiniti beweist Geschick darin, sich über ein gehyptes beliebtes Medienthema mit hoher Aktualität Aufmerksamkeit zu verschaffen.
In der heute verbreiteten Pressemitteilung kündigt Infiniti an, dass das Kundenmagazin “adeyaka” demnächst auch in einer iPad-Version verfügbar sein wird. Infiniti kann mit dieser Presseinformation darstellen, dass die Kommunikationsabteilung des Unternehmens wirklich auf der Höhe der Zeit ist. Der Versand der ots-Pressemitteilung wurde flankiert durch die parallele Verbreitung eines Unternehmensfotos via OBS. Das Pressebild von Infiniti zeigt, wie das Kundenmagazin auf dem iPad von Apple dargestellt wird.
“Wo fließt das Geld im newTV?” das war eine zentrale Frage auf dem 2. newTV-Kongress am 23. Februar in Hamburg. Die Videoangebote vermehren sich kontinuierlich. Die Zuschauergruppen für einzelne Angebote werden immer kleiner. Robert Amlung, beim ZDF für digitale Strategien zuständig und Kai Flatau, Fachgruppensprecher newTV bei Hamburg@work sehen auch in relativ wenigen Fans oder Followern einen Gewinn. Für die großen Sender, ob privat oder öffentlich, die ihr Geld mit der breiten Masse verdienen müssen, ist das ein schwacher Trost. Die Sender haben offenbar ein ähnliches Profilproblem wie die Politik.
Einige Statements von der Veranstaltung gibt es jetzt hier:
Wieder ein guter Kollegentipp, den ich Ihnen nicht vorenthalten will. Dirk Reuter schickte mir einen Hinweis auf dieses Video des Wired Magazine.
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