Wir leben unbestritten im Datenzeitalter – alles kann und wird auf den Datencode reduziert. Ob wir naiv oder kritisch damit umgehen ist gar keine Frage mehr. Wir sind umwoben, werden umworben, sind follower, liker, contact und hinterlassen unsere Spuren tagtäglich. Sind also mittendrin. Wer nicht dabei ist, findet nicht statt.
Das muss nun nicht das Menetekel an der Wand sein. Und in einem gewissen Rahmen können wir immer noch bestimmen, was wir wie preisgeben. Zum Glück sind Daten an sich ja nicht intelligent. Erst die Analyse, der Vergleich, die Evaluation, die Arbeit mit den Daten machen aus ihnen Werkzeuge. Und hier würde dann die Verantwortung ansetzen… aber nun gut: Goldgräberstimmung.
In dieser Woche beschäftigte sich die digitale Branche auf der NEXT2011 in Berlin unter dem Motto „Data Love“ mit allen Aspekten von Daten, Netz und Marketing.
Das sind natürlich auch Themen, die uns bei news aktuell umtreiben. Auf einer eher konservativen Ebene ist das für uns allerdings auch „tägliches Brot“. Es geht bei uns ja darum, das uns vorliegende Datenmaterial in Form von Pressemitteilungen zu bändigen. Dies gelingt uns mit Hilfe eines schon über 30 Jahre alten Nachrichtenformates, dem IPTC. Der IPTC (International Press Telecommunications Council) ist ein weltweites Konsortium von Nachrichtenagenturen, Verlagen und Nachrichtenanbietern, die technische Formate entwickeln, um den Nachrichtenaustausch zu vervollkommnen.
Und wie machen wir’s?
Jede unserer Meldungen wird gelesen und mit den IPTC-Stichwörtern verschlagwortet. Technisch haben wir damit einem Text ein Etikett verpasst, aus dem die Empfänger u.a. Ressort und Inhalt in Kurzform lesen können. In der sogenannten Kopfzeile sieht das dann z.B. so aus:

Warum machen wir das?
Mit Hilfe dieser Codierung geben wir dem Material (Text, Bild, Audio, Video) Metadaten, die u.a. der Recherche dienen. Anders ausgedrückt: wir servieren unseren Empfängern das Material mundgerecht. Der Wirtschaftsredakteur erhält die für sein Ressort relevanten Inhalte, nach denen er noch differenzierter suchen kann. Interessiert und schreibt er über die Autobranche, so sind unsere Meldungen dabei. Recherchiert der Politikjournalist nach dem Stichwort Wahlen, so findet er auch OTS-Meldungen zu diesen Themen.
So funktioniert der Datenaustausch zwischen Nachrichtenagenturen, Verlagen und anderen Organisationen, die in diesem System (IPTC) arbeiten grob skizziert.
Wie wir andere Empfängergruppen erreichen und dort das Material ebenso zielgerichtet aufbereiten, lesen sie im nächsten Blogbeitrag.

Veröffentlichung im Hamburger Abendblatt vom 5.5.2010
Manchmal ist es einfach die Schönheit eines Fotomotives, die die Medien zur Veröffentlichung eines PR-Bildes veranlasst. Das obs-Clipping des Monats Mai zeigt uns ein Meer gelber Rapsblüten vor dem Leuchtturm von Arkona auf Rügen. Das Bild des Fotografen René Storch ist jedoch nicht im Auftrag des örtlichen Tourismusverbandes verbreitet worden, sondern durch den Rapsöl-Branchenverband UFOP. Nicht zufällig ist dieses PR-Bild auf den Bildschirmen der tagesaktuellen Fotoredaktionen aufgetaucht. Denn in der ersten Maiwoche ließ die PR-Agentur WPR Communication für ihren Kunden mehrere Raps-Motive über den Originalbildservice (obs) verbreiten.
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In der PR-Kommunikation werden Bilder fast immer als ergänzendes Material zur Pressemitteilung eingesetzt. Als eigentlicher Träger der Information oder der Botschaft wird der Text angesehen. Fotos und Infografiken haben dagegen eine dienende Funktion: Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Redaktionen ein Thema aufgreifen. Darüber hinaus wird die Aufmerksamkeit der Leser auf Informationen und Botschaften gelenkt, die der Text vermittelt.
Es wird sicherlich die Regel bleiben, dass PR-Bilder zu einem bestimmten Anlass zusammen mit einer Pressemitteilung angeboten werden. Die Kombination von Text und Bild funktioniert ja erfahrungsgemäß auch sehr gut, wenn es darum geht, aktuelle Themen und Botschaften in den Medien zu platzieren. Warum also von der bewährten Vorgehensweise abweichen?
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Mein Kollege Michael Tiebeck wies mich gerade auf eine spannende Meldung des Branchendienstes Kress hin: Angeblich planen RTL und ProSiebenSat.1 eine offene Plattform für TV Angebote. Die Vermarktung proffessionellen TV-Contents hat sich für das US-Original in den letzten Jahren als sehr erfolgreich erwiesen. In Deutschland ist das Hulu-Angebot derzeit nicht verfügbar.
Die meisten Medien tun es, wollen es aber nicht an die große Glocke hängen: Sie greifen zur Bebilderung ihrer redaktionellen Inhalte auf die honorarfreien Bilder von Pressestellen und Agenturen zurück. Die Redaktionen sind zunehmend auf dieses kostenfreie Bildangebot der PR-Branche angewiesen, da beim Einkauf von Fotolizenzen gespart werden muss.
Dass mittlerweile ein erheblicher Anteil der in den Print- und Onlinemedien publizierten Pressebilder aus PR-Quellen stammt, wird von zahlreichen Redaktionen durch fehlende, unvollständige oder irreführende Quellenangaben verschleiert.
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Auf unseren Infotagen stößt die Frage, wie Bilddateien fachgerecht zu beschriften sind, immer auf besonders großes Interesse. Seit Pressebilder digital produziert, archiviert und verbreitet werden, steht die Frage im Raum, wie man die Bilddateien so beschriftet, dass unverzichtbare Informationen wie die Bildunterschrift (Caption) oder Stichwörter (neudeutsch: Tags) unmittelbar mit dem Bild verknüpft werden können.
Nachrichtenagenturen aus aller Welt, die in der International Press and Telecommunication Council (IPTC) zusammegeschlossen sind, haben für dieses Problem bereits in den frühen Neunzigerjahren ein elegantes Verfahren entwickelt, das von den Bildanbietern (Fotografen, Foto- und Presseagenturen) sowie den Medien als Abnehmer dieser Pressebilder ganz selbstverständlich genutzt wird: Den IPTC-Standard zur Beschriftung von Pressebildern.
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