Blogserie Infografik – 1. Infografik Basics – Wovon wir sprechen
Infografik ist im Moment ein Thema, das mich sehr beschäftigt. Man kennt Infografiken aus der Zeitung, aus dem Schulbuch oder aus dem Web. Und auch in der PR werden Infografiken immer beliebter. Für das Team Multimedia bei news aktuell war das ein Grund, zum Jahresbeginn unseren Kunden im Rahmen eines Expertengesprächs das Thema Infografik näher zu bringen. Gemeinsam mit unserem Kollegen, dem Art Director Dr. Raimar Heber konnten wir in Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und München viele Fragen beantworten.
Um die Kernfragen noch einmal aufzubereiten, führten wir unser eigenes kleines Expertengespräch mit Raimar Heber. Es ging uns zuerst um die Basics. In den nächsten Tagen wird es hier um die Fragen “Infografik konkret – Worauf müssen Auftraggeber achten?” und “Infografik Trends – Was erwartet uns?” gehen.
1. Infografik Basics – Wovon wir sprechen
Was unterscheidet Infografik von Werbegrafiken?
Werbegrafik will WERBEN. Infografik möchte INFORMIEREN. Das bedeutet: Infografik sollte nüchtern, sachlich, klar und deutlich sein. Muss nicht grau in grau sein. Muss nicht langweilig sein…. Sollte aber immer objektiv bleiben!
Was unterscheidet den Infografiker vom Werbegrafiker?
Ich denke, dass in der Infografik Selbstdarsteller fehl am Platze sind. Der Infografiker sollte sich als Dienstleister sehen. Quasi als Möbelpacker, der versucht Infos zu transportieren. Ohne sie zu beschädigen, ohne sie zu verzerren….und ohne, dass was verloren geht!
Seit wann werden Infografiken in den Medien eingesetzt?
Schon die Ägypter hatten wunderbare Infografiken zum Thema Einbalsamieren, Beschneidung und Jagdt. Im engeren Sinne, als Pressegrafik natürlich erst etwas später. Als dann auch noch Farbe in die Zeitung kam, boomte die Infografik so richtig.
Was kann eine Infografik leisten?
Die Infografik macht dort weiter, wo einem die Worte ausgehen oder die Info zu komplex wird. Wenn ich nur mitteilen möchte, dass sich der Umsatz eines Unternehmens verdoppelt hat, brauche ich dazu keine Infografik. Wenn ich aber die Entwicklung des Umsatzes in den letzten 20 Jahren kommunizieren möchte, dann darf ich dem Leser nicht einfach 20 Zahlen an den Kopf werfen. Das geht nicht. Dann brauche ich eine Infografik…. Das wird dann wohl eine Fieberkurve.
Welche unterschiedlichen Formen von Infografiken gibt es?
Säulen, Balken, Torten. Fieberkurven und Flussdiagramme. Beschriftete Illustrationen und Explosionszeichnungen. Tabellen, strukturierte Textblöcke und Landkarten.
Infografik ist nicht gleich Infografik. Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Infografik?
Im Idealfall erfasst der Betrachter gleich worum es geht. Das ist aber nicht in jedem Fall realisierbar. Medien haben sich für viel Geld, starke visuelle Identitäten gebaut. Die erstrecken sich natürlich auch auf die Art der Infografiken. Wenn z.B. ein Style-Guide nur Blau- und Grüntöne zulässt, wird es problematisch eine Karte über Waldbrände in diesen Farben zu gestalten. Wälder brennen nun mal nicht blau oder grün. Da muss man sich ‘was einfallen lassen. So weit zum Thema “Gleich erfassen”.
Auch von der Komplexität her ist es so, dass ab einer bestimmten Verschachtelung, der Betrachter mehr als einen Wimpernschlag braucht, um Zusammenhänge zu verstehen. Das erwartet aber auch niemand. Ausschlaggebend ist: Wird die Grafik verstanden? Bringt sie dem Betrachter einen Wissensgewinn? Eine schlechte Infografik z.B. tut nur so als ob sie Wissen vermitteln würde.
Im Journalismus spricht man von “W-Fragen”, die ein Artikel beantworten muss: Wer? Was? Wo? Wann? Wie? Warum? Woher? Wie sieht das bei Infografiken aus?
Also der Reihe nach:
- Wer = Dazu brauche ich keine Grafik. Da ist vielleicht ein Foto sinnvoller.
- Warum = Ein Hintergrundtext ist da perfekt.
- Wann = Infografik bedingt einsetzbar.
- Wo = perfekt für Infografik! Vorausgesetzt wir wissen genau wo es passiert ist.
- Was = perfekt für Infografik!
- Wie = perfekt für Infografik!
