Das als Erfolgsmodell im Webvideo-Bereich gefeierte US-Portal Hulu will seinen Service kostenpflichtig machen. Das berichtet das medienblog Basic Thinking unter Berufung auf Reuters. Hulu hat sich in den USA vor allem durch seine Konzentration auf professionelle Medieninhalte großer TV-Anbieter einen Namen gemacht. Die steigenden Nutzerzahlen sprachen für diese Strategie. Auch der Branchenprimus YouTube horchte auf, und versucht, vermehrt Profi-Content zu aggregieren.
Der Umstieg soll schrittweise erfolgen, um die Nutzer nicht allzusehr zu verschrecken. Hinter der Bezahlstrategie steckt möglicherweise der Anteilseigner News Corp. News Corp-Chef Rupert Murdoch verfolgt derzeit bei einigen seiner Zeitungstitel ein Bezahlmodell für Onlineinhalte am Markt zu etablieren.
Microsoft steigt in den Bewegtbildmarkt ein. Das Unternehmen scheint sich dabei an der US-Plattform HULU zu orientieren. Geboten wird nichts Selbstproduziertes, sondern feinste Ware aus den Archiven unter anderem von National Geographic, dem eigenen Filmangebot MSN Movies oder dem Corporate-TV von BMW. Das berichtet das IT-News Portal Golem (vielen Dank an meinen Kollegen Henrik Dörfler für den Hinweis).
Mein Kollege Michael Tiebeck wies mich gerade auf eine spannende Meldung des Branchendienstes Kress hin: Angeblich planen RTL und ProSiebenSat.1 eine offene Plattform für TV Angebote. Die Vermarktung proffessionellen TV-Contents hat sich für das US-Original in den letzten Jahren als sehr erfolgreich erwiesen. In Deutschland ist das Hulu-Angebot derzeit nicht verfügbar.
In einem Interview mit faz.net spricht Hulu-CEO Jason Kilar über seine Expansionsstrategie. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle, sagt Kilar. Die Frage, wann Hulu nach Deutschland kommt, beschäftigt Kenner der Videoszene schon länger. Hulu ist in den USA mit seinem Angebot an TV-Zweitverwertungen sehr erfolgreich. Bisweilen wird der YouTube Konkurrent schon als Nachfolger der Google-Tochter gehandelt. Noch viel interessanter als Kilars mehr oder weniger klare Andeutungen finde ich die jüngsten Entwicklungen bei Hulu in den USA. Dort haben sich nämlich erfolgreiche Comedy-Shows bereits wieder von der Plattform verabschiedet. Das berichteten der Fachdienst NewTeeVee.com und Spiegel Online in dieser und der letzten Woche. Ich bin gespannt, wie die Hulu-Kollegen mit der reflexhaft allergischen Reaktion deutscher Medien beim Thema Contentaggregation umgehen. Zumal die TV Sender in Deutschland ihre Onlineaktivitäten nicht einmal selbst refinanzieren können. Geschweige denn, über einen weiteren Aggregator.