iPad, iPhone, iHype? – Wie wird Video im Web mobil?
Wo geht’s hin mit iPhone und iPad und welche Rolle spielt Bewegtbild dabei? Diese Frage stellte die Hamburg@work-Fachgruppe newTV am 24. August im Gruner+Jahr Auditorium zur Diskussion.
Wurde die Frage beantwortet? Natürlich nicht! Nicht aus Unvermögen der Teilnehmer, sondern schlicht und einfach, weil es keiner weiß. Apples internetfähige Accessoires haben in der Branche einen Hype ausgelöst, der den Blick auf die Realitäten zu verstellen scheint.
Interessant bei diesen Veranstaltungen ist oft, was in Nebensätzen gesagt wird. Content ist für Verlage auch in den Apps King, sagt Gruner+Jahr. OK. Hab’ ich mir fast gedacht. Geld wird’s dafür auf Dauer aber nicht geben, sagt Peter Bernschneider von ComScore, weil keiner für Apps mit Inhalten bezahlt, die im Web schon verfügbar sind. Dazu gehören dann auch solche Sachen wie Nachrichten.
Bezahlt wird durchaus. Rund 60% der bezahlten Apps, hat Comscore ermittelt, sind Spiele. Ein weiterer interessanter Nebensatz: Apps sind nur ein Zwischenstadium. Mit der Verbesserung der mobilen Browser und Etablierung des HTML5 Standard gehört die Zukunft eher den für mobile Endgeräte optimierten Webseiten. Eine Interessante Idee. Wie so etwas aussehen kann zeigt z.B. Air Berlin: Die Fluglinie hat keine App im Store, dafür bietet die mobile Webseite den Nutzern alle nötigen Funktionalitäten.
Erfahrungsgemäß entwickelt sich das Web da weiter, wo Hürden niedrig und Widerstände gering sind. So gesehen sind die geschlossenen Systeme der Appstores dieser Welt eher hinderlich. Der Strom der Entwicklung wird sich ein anderes Bett suchen und irgendwann daran vorbei fließen.
Ermutigend für die anwesenden Bewegtbildschaffenden: Video wird nach Einschätzungen von ComScore ein massiver Treiber des mobilen Internets sein. Mit dem Herausbilden einheitlicher Web-Standards – wie HTML5 – sind Angebote möglich, die nicht mehr auf Vorgaben einzelner Plattformanbieter angewiesen sind. Video lässt sich damit naht- und bruchlos stationär und mobil über alle Ausgabewege konsumieren.



