Was am Ende übrig bleibt vom Fernsehen und von YouTube

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Freitag, 21. Juni 2013 um 10:40 Uhr | Keine Kommentare

Farhad Manjoo is Slate’s technology columnist

Ich schaue eher Webvideo als fern. TV schaue ich wenn, dann nur am Rechner oder Tablet. Ein speziell nur für dieses Medienangebot geeignetes Endgerät, aka Fernseher, hab ich seit Jahren nicht mehr. Aber obwohl meine Sympathien eindeutig auf Seiten des Webvideo liegen halte ich wenig davon, sich im ständigen Bemühen aufzureiben, das Eine (Webvideo) als den Totengräber des Anderen (TV) darzustellen. Ich verstehe immer noch nicht, wozu das gut sein soll.

Eine schöne Einordnung zu diesem Thema, mit etwas Wasser für meine Mühlen, habe ich heute bei Slate gefunden. “We watch as much YouTube in a month as we watch TV in a day”, schreibt dort unter anderem und liefert damit einmal eine Einordnung der Größenverhältnisse. Das sagt erstmal gar nichts über Qualität der Inhalte. Schon gar nicht relativiert es die Leistungen erfolgreicher YouTuber, die mit Ihrem Angebot in einigen Fällen mehrere Millionen Zuschauer erreichen. YouTube und das klassische Fernsehen als vermeintlich vergleichbar darzustellen und daraus abzuleiten, das YouTube das Fernsehen irgend wann ablösen wird, ist aber einfach Quatsch.

Was kommt nach dem Fernsehen?

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Montag, 04. Februar 2013 um 09:27 Uhr | Keine Kommentare

Das ist für mich definitiv eine der unwichtigsten Bewegtbild-Fragen. Zentral ist die Frage, wie sich die Inhalte finanzieren lassen. Wenn das Fernsehen eines Tages nicht mehr auf werberelevante Reichweiten kommen sollte, gibt’s auch kein Geld mehr für die Produktion hochwertiger Inhalte. Jetzt könnte man böse sein und sagen, dass es trotz üppiger Finanzausstattung im deutschen Fernsehen trotzdem nur B- oder C-Ware zu sehen gibt. OK, geschenkt. Aber selbst in den USA, aus denen momentan die erfolgreichsten und rein subjektiv besten Serien kommen, stehen die klassischen  Sender vor ähnlichen Problemen. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang einen Beitrag im aktuellen Economist. Die neue Erfolgsserie “House oft Cards” beispielsweise wird nicht durch einen klassischen Sender produziert und ausgespielt, sondern durch Netflix, einen Online Videoverleiher.

Auch Onlinehändler Amazon will in das Produktionsgeschäft einsteigen und YouTube verfolgt schon länger eine “Profi Content Strategie”. Sevenload gab dieser Tage bekannt, die User Generated Content Sparte zugunsten professioneller Inhalte zu schließen.

Und in Deutschland? Wie der BITKOM in einer der jüngsten Pressemitteilungen berichtet, entwickelt sich der Online-Videomarkt auch hierzulande rasant. 41 Prozent der Internetnutzer beziehen Filme im Internet schreibt der BITKOM. Spätestens wenn sich die Finanzierung über Werbung und Bezahlmodelle außerhalb des klassischen TV etabliert, werden auch hierzulande die Bilder nicht mehr exklusiv von den Sendern kommen. Auf dem Fernseher sind die dahin ohnehin schon allemal.

Abarbeiten am Fernsehen

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Freitag, 31. August 2012 um 14:00 Uhr | 3 Kommentare

Eine interessante Diskussion gab’s im Rahmen des Medienmagazins ZAPP am 27.08.2012 beim NDR. Wie sieht die Zukunft des Fernsehens aus? TV Macher reagieren irgendwie uncool und gereizt auf as Totengerede der Webvideoavantgarde. Die Avantgarde regt sich dann über die vernagelten TV Macher auf, die nix kapieren, immer noch an linear glauben und von kreativen YouTubern noch nie etwas gehört geschweige denn Notiz genommen haben.

Das hat manchmal schon etwas von religiösem Eifer. Deshalb glaube ich auch, dass diese Diskussion nichts bringt. Bei Gullivers Reisen bekriegen sich zwei Völker, weil sie sich nicht darüber einigen können, ob man Eier beim Frühstück auf der spitzen oder auf der stumpfen Seite aufschlägt. Soweit wollen wir es nicht kommen lassen. In den nächsten zehn Jahren werden wir sehen, was passiert. Ganz sicher bin ich mir, dass on demand gewinnen wird. Mit welchen Inhalten ist mir dann eigentlich völlig egal. Am Ende wird es die Werbewirtschaft entscheiden, wohin sie ihr Geld steckt. Und wenn die klassisch-linearen Angebote mit ihren Formaten und Inhalten die Zielgruppen in der gewünschten Breite und Tiefe nicht mehr liefern, werden die Etats umgeschichtet.

Hier gibt’s den Beitrag im Moment noch in der Mediathek: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/zapp5627.html .Und hier auf YouTube gibt’s eine Art Trailer zur Diskussion

Neue Kleider für den Quotengott

Monika John von Monika John
Leiterin Auftragsservice - aus dem Operationssaal
Dienstag, 31. Juli 2012 um 10:14 Uhr | 1 Kommentar

Ab morgen (1.8.12) wird die Quotenzählung durch die GfK um Haushalte, die TV-Programme via IPTV empfangen erweitert. Dies ist ein erster Schritt auf dem Wege zu einer genaueren Quotenmessung, die sukzessive auch andere Angebote wie Mediatheken oder mobile Endgeräte einbeziehen möchte.

Die Quote als Gradmesser für den Verkauf von Werbung im TV ist ausschlaggebend für Programmplanung und Werbezeitenvermarkter/Media-Agenturen. Mit den geplanten Veränderungen wird auf ein geändertes Nutzerverhalten reagiert. Immer mehr Menschen schauen Fernsehen, Filme und Serien online, so ist es nur konsequent, wenn ein so wichtiges Instrument wie die Quotenzählung auch auf diese Empfangskanäle ausgeweitet wird.

Je stärker sich die Sehgewohnheiten wandeln, desto schwächer wird möglicherweise die Akzeptanz der Quote auf Seiten der Agenturen und Unternehmen, die TV-Spots schalten.

Zu Beginn dieser eher zaghaften Entwicklung durch Einbeziehung von IPTV in die Messung werden noch keine gravierenden Auswirkungen erwartet. Es gibt derzeit nur etwa 1,11 Millionen IPTV-Empfänger (3%) unter den TV- Haushalten.

Interessant werden im Verlauf der geplanten modifizierten Quotenmessung jedoch die Fragen nach den möglichen Auswirkungen auf die Werbetöpfe und auf die Programmplanung. Andere noch gar nicht berücksichtigte Aspekte sind die Definition der vermeintlich werberelevantesten Zielgruppe, die immer noch auf die 14-49jährigen TV-Konsumenten festgelegt ist und das neue Gebührenmodell, das ab Jahresanfang 2013 in Kraft tritt.

Es wird spannend.

App-gezählt – geschlossene Systeme mit begrenzter Haltbarkeit

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Mittwoch, 20. Juni 2012 um 10:14 Uhr | Keine Kommentare


Apps werden sich aus den geschlossenen Systemen der App-Stores heraus und wieder ins Web hineinbewegen. Das sagt Daniel Heaf, Digital Director bei BBC Worldwide hier im Video. Heaf sprach dazu auf dem Beet.TV Global Video Summit in London. Vor allem für eingeführte Inhalteanbieter – vulgo: TV-Sender – sieht er hier große Chancen. Allerdings haben die BBC-Kollegen leicht reden: 350 Mio. Menschen mit Englisch als Muttersprache als Zielpublikum sind schon beruhigend.

Immer wieder sonntags? #berlindirekt

Monika John von Monika John
Leiterin Auftragsservice - aus dem Operationssaal
Freitag, 10. Februar 2012 um 13:25 Uhr | Keine Kommentare

Einen bemerkenswerten Weg zur Zuschauerbeteiligung hat das ZDF am vergangenen Sonntag mit der Einblendung des hashtags #berlindirekt beschritten. Und damit einen fulminanten Erfolg verbucht. Nach eigenen Angaben erreichte das ZDF knapp 2 Millionen Follower zum Beitrag der Sendung zur netzpolitischen Diskussion der Unionsparteien.
Knapp 420.000 Nutzer lasen aktiv einen Tweet mit dem hashtag #berlindirekt, der in den trending topics weltweit nach oben schnellte.

Schöner Coup des ZDF: In Kombination mit Twitter erreicht eine schon halbwegs vergessene Sendung ohne Traumquoten Aufmerksamkeit und Beteiligung in einer wahrscheinlich neuen Zielgruppe.

Und wie geht’s weiter?

Heute bittet das ZDF via Twitter um “Eure Ideen und unsere Themen bei #berlindirekt am Sonntag um 19.10 Uhr”. Unter dem Link werden Themenvorschläge für die nächste Sendung am Sonntag diskutiert.

Ich bin gespannt, ob der hashtag #berlindirekt am Sonntag wieder durch die Decke gehen wird.

ALM meldet erstmals Rückgang privater TV- und Radioangebote

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Montag, 28. Juni 2010 um 14:16 Uhr | Keine Kommentare

Die heutige Meldung der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) fand ich beachtlich. Die Zahl privater TV und Radioangebote nimmt ab. Verantwortlich dafür sind laut ALM der Strukturwandel der Medien und die Digitalisierung. Viele Fachleute, echte und gefühlte, prophezeien schon länger, dass das mediale (Über-)Angebot schrumpfen wird. Im Augenblick betrifft dieser Prozess allerdings erst die Peripherie, nicht das Kerngeschäft großer Anbieter. Man darf gespannt sein, wie es damit weiter geht. Vor allem bei der Frage, welche medialen Angebote die Lücken schließen werden, die sich in Zukunft auftun. Unabhängige lokale Multimedia-Angebote im Web? Regionalisierte Ableger großer Verlage, zentral von der Stange produziert? Wir werden es erleben.

Wie steht’s ums bewegte Bild im Web?

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Freitag, 04. Juni 2010 um 08:08 Uhr | Keine Kommentare

Nicht schlecht, wenn man sich die neuesten Zahlen ansieht. Laut einer Studie des PEW Research Centers schauen 70% der erwachsenen US-Onliner mittlerweile regelmäßig Video im Web. Interessant dabei: Nicht nur die viel beschworenen witzigen Clips der Marke “Kind beißt Bruder in den Finger” oder “Kind voll gedröhnt auf dem Rückweg vom Zahnarzt” legen zu. Auch im Bereich politische Information verzeichnen die Forscher Zuwächse. Nicht so stark, aber dennoch spürbar. Von 15% im Jahre 2007 liegt der Anteil in den USA jetzt bei 30%.

Schwer zu sagen, ob diese Tendenz sich so einfach auf Deutschland übertragen lässt. Dennoch zeigt sie, dass nachrichtliche Inhalte auch im Webvideo Umfeld Relevanz besitzen. Und so überraschend ist die Diskrepanz der unterschiedlichen Angebote nicht. Schließlich haben wir auch im Bereich der klassischen Bewegbildangebote, ARD, ZDF und Co., starke Nutzungsschwankungen zwischen Information, Unterhaltung und Trash. Vielleicht ist der Webvideonutzer gar nicht so anders gestrickt als sein Pendant auf der Wohnzimmercouch.

Hier ein Video zu den Ergebnissen:

Was früher die Rauchenden Colts waren…

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Mittwoch, 05. Mai 2010 um 20:20 Uhr | 1 Kommentar

Anfang der 70er Jahre, als ich mit dem Fernsehen in Berührung kam, gab’s drei Programme. Am Sonntagabend lief die Shiloh Ranch oder Bonanza und wer am nächsten Tag keine Ahnung hatte, was Hoss Cartwright in der letzten Episode gemacht hatte, war draußen. Diese Sendungen waren für uns damals gemeinschaftsstiftende kulturelle Erfahrungen. Wir mussten das nicht mal zusammen gesehen haben. Wichtig war, dass man’s gesehen hatte.

In gewisser Weise haben YouTube Clips diese Rolle übernommen. In Zeiten, in denen im riesigen TV Angebot das Einzelne untergeht, schafft der schnell weitergeschickte Link oder der eingebettete Clip auf facebook in wenigen Sekunden dieses Gefühl, das ich noch vom Schulhof kenne. Wer das für sich nutzen kann, ist ganz vorne mit dabei. Wie hier zum Beispiel die Kollegen von TomTom. Danke an meinen Kollegen Marc Siewert für den Hinweis.

TV lebt noch – und länger als erwartet

Thomas Wagensonner von Thomas Wagensonner
Produktmanager Multimedia - über Multimedia in der PR und verwandte Themen.
Montag, 03. Mai 2010 um 14:02 Uhr | 1 Kommentar

Das Fernsehen meistert die Medienkrise besser als andere traditionelle Medien, vor allem Print. Zu diesem Schluss kommt ein “Special Report” des englischen Nachrichtenmagazins The Economist. Das Fernsehen kann die Chancen neuer Technologien wie Internet oder Webvideo besser nutzen. Es wird interaktiver und in Teilbereichen “webbiger”. Warum das gerade diesem Medium leichter fällt als anderen, wo aber dennoch die Herausforderungen liegen, lesen Sie in diesem Bericht.