Drei Erkenntnisse zum Stand der heutigen PR-Fotografie
Schade, dass ich mir meine persönlichen Favoriten aus der Shortlist unseres PR-Bild Awards nicht heraussuchen darf, um aufzuschreiben, warum diese Fotos für mich die besten PR-Bilder des Jahres sind. Das würde mir der eine oder andere Bewerber wahrscheinlich übel nehmen. Also fasse ich meine Eindrücke etwas allgemeiner. Aber das ist bei der tollen Qualität der Bilder ja auch nicht wirklich schlimm. Drei Erkenntnisse über den aktuellen Stand der PR-Fotografie lassen sich meiner Meinung nach aus unseren 70 Shortlist-Fotos ablesen.
Erkenntnis 1
Gleich auf den ersten Blick ist mir aufgefallen, dass in diesem Jahr viele Bilder mit einem gewissen Augenzwinkern produziert wurden. Zum Beispiel Kartoffelsäcke im Hochsicherheits-Safe, ein Strandkorb am Boden eines gigantischen Aquariums oder auch die Visualisierung des Neubaus einer Konzernzenztrale durch die dreckigen Fußabdrücke der Bauarbeiter. Man nimmt sich selber nicht mehr so furchtbar ernst – man ist bereit, sich für ein besonderes Foto selber ein wenig auf den Arm zu nehmen. Das ist ein erfreulicher Trend, den insbesondere Redakteure aus Wirtschaftsredaktionen zu schätzen wissen dürften. Die Bebilderung von Unternehmensberichten ist ja erfahrungsgemäß oft etwas schwierig und dröge. Aber auch in der direkten visuellen Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden wird die Fähigkeit zur Selbstironie sicher gut ankommen. Homepages, Social Media Präsenzen oder auch klassische Kundenmagazine könne so zu echten Hinguckern werden.
Erkenntnis 2
Immerwieder beeindruckend und aufwühlend sind die Fotos der Kategorie “NGO”. Mittlerweile haben die Eigenproduktionen der Hilfs- und Umweltorganisationen ein Niveau erreicht, bei dem sie längst mit der Qualität renommierter Magazinfotos gleichziehen. Insbesondere blieb mir das Foto im Bewußtsein, dass den Blick in ein Krankenhauszimmer in Mogadischu ermöglicht – inklusive Verbotsschild für das Tragen von Maschinengewehren. Die Fotografen bewegen sich auf einem schmalen Grad zwischen Werbung für die Arbeit der eigenen Organisation und dem individuellen Schicksal der gezeigten Personen. Deshalb bin ich umso mehr beeindruckt, mit welcher Sensibilität und welchem Gespür für die Situation die Bilder der Hilfsorganisationen produziert wurden. Auch das ist PR-Fotografie.
Erkenntnis 3
Unternehmen sind mittlerweile bereit, auch für PR-Bilder richtig Geld in die Hand zu nehmen. Bis vor einigen Jahren war das eher das Privileg der Werbung oder des Marketings. Schauen Sie sich zahlreiche Motive der Shortlist an. Da werden aufwändige Sets gebaut, da werden Flugmaschinen für Luftaufnahmen eingesetzt, da werden kostspielige Locations und Räumlichkeiten angemietet. Immer mehr erkennen die Unternehmen, dass man in unserer visuell geprägten Welt mit Standard-Fotos nicht mehr weit kommt. Um sich aus der Masse der Bilder (egal ob Werbung, Journalismus oder PR-Fotografie) herauszuheben, braucht es den besonderen Look, den besonderen Moment. Social Media funktioniert zum Beispiel am besten mit visuellen Anreizen. Wer Likes und Klicks auf Facebook, Pinterest oder Twitpic will, der muss entweder besonders kreativ sein, oder Bereitschaft aufbringen, für hochwertige Hingucker tiefer ins Portemonnaie zu greifen.
Aber schauen Sie doch selbst. Geben Sie Ihre Stimme ab, küren Sie die besten Bilder. Und noch ein Tipp: Jedes Foto lässt sich bequem bei Twitter, Facebook und Pinterest teilen. Lassen Sie auch Ihre Freunde, Fans und Follower abstimmen. Unter allen, die beim Voting mitmachen, verlosen wir ein iPad (32 GB).

Geraldine
Die “Goldreserven” von Rottmar Peter Lang GmbH & Co. KG sind mein persönlicher Favorit. Das Bild schafft es, das Thema CSR mit Tiefgang aufzugreifen und zugleich einen maximalen Anspruch an die Ästhetik zu erfüllen.