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08. Februar 2012
Jens Petersen

Jens Petersen

Leiter Unternehmenskommunikation - über PR 2.0, moderne Pressearbeit und eigene Projekte
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Was wir heute im Internet erleben, ist vergleichbar mit dem kulturellen und gesellschaftlichen Umbruch durch die Erfindung des Buchdrucks: Spannend, herausfordernd und voller Überraschungen. Freuen wir uns, dass wir mittendrin sind! quotes up

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media coffee: Wir werden es verfluchen, die Technik nicht lieben zu wollen

von Jens Petersen
Donnerstag, 02 September 2010 um 20:32 Uhr | 2 Kommentare

Wow, das war ja eine Turbo-Runde heute bei unserem media coffee in Köln. Die Moderations-Premiere von Thomas Knüwer war kurzweilig, bissig und überaus profund! So soll es sein. Aber was haben wir dieses Mal über die Kommunikation 2020 erfahren? Meine persönliche Hammer-These des heutigen Abends: “Das Internet ist kein technisches Netz, sondern ein soziales!” So Prof. Peter Wippermann. Überhaupt hatte der Hamburger Trendforscher viel zu berichten über das Land der Kulturpessimisten. Während in Japan Roboter putzen und Alte pflegen, gefallen wir Deutsche uns darin, solche Dinge grundweg abzulehnen. In 10 bis 20 Jahren werden wir uns darüber kräftig ärgen. Den Anschluss an Spitzentechnologie haben wir dann nämlich komplett verloren.

Ähnlich sieht es Ibo Evsan, Gründer von sevenload und heute Spezialist für Online-Games. “Wir werden es verfluchen, dass wir heute Technologie nicht lieben wollen.” Peng! Er rät Verlagen, endlich spielerische Elemente in ihre Angebote zu integrieren. Foursquare und Co machen es schließlich erfolgreich vor. Das wäre die “Büchse der Pandora”, so Evsan. Etwas nüchterner betrachtete erwartungsgemäß dpa-Chef Malte von Trotha die Angelegenheit: “Entscheidend für den zukünftigen Erfolg von Medienangeboten ist der clevere Mix von Inhalten und Technologie.” Oder einfach gesagt: “So lange ich mein Brötchen nicht in ein iPad einwickeln kann, wird es Zeitungen geben.” Und wenn mann’s dann doch kann in zehn Jahren? Holger Schmidt von der FAZ träumt nämlich bereits von Lesefolien, die man beim Frühstück auswickelt. (Egal ob mit oder ohne Brötchen drin.) “2020 wird es komplett neue digitale Vertriebswege geben”, meint der vielgelesene Netzökonom aus Frankfurt. Aber bei einem ist er sich mit Malte von Trotha einig: Bedarf an guten Geschichten wird es immer geben.

Einen kleinen Dämpfer für die technikbegeisterten Herren hatte Astrid von Rudloff parat. “Man muss nicht alles tun, nur weil man es tun kann. Das ist doch ziemlich distanzlos!” Die Agentur-Chefin, die auf neumodischen Schnick-Schnack wie Twitter und XING persönlich verzichtet, sieht aber trotzdem überaus optimistisch hin zu 2020. Endlich können wir direkter kommunizieren. Das war der PR in den letzten Jahren etwas abhanden gekommen. Aber nun, so von Rudloff, holt sich die Public Relations ihr Terrain wieder ein Stück weit zurück. “Ich erwarte ein goldenes Zeitalter für die PR!” Wow, das hoffe ich auch. Denn wenn die Kasse klingelt, dann geht es uns allen gut.

Ich selbst erhalte eben offline und in gesprochenen Worten die Nachricht, dass das Buffet bereits abgegrast ist. Widme mich also lieber wieder der geistigen Nahrung und lese unter dem Hashtag #mediacoffee nochmal nach, was heute Abend so los war. Bis zum 15. September in Berlin!

  • 3. September 2010 um 08:36
    Daniel Jakubowski
    • Jens Petersen 7. September 2010 um 08:17
      Jens Petersen

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