NIRI-Conference: Ein Rucksack voller Tipps #NIRI2010
Das war sie also – die NIRI-Conference 2010. Vier voll gepackte Tage mit Workshops, Podiumsdisskussionen und Expertengesprächen rund um mein Lieblingsthema: Investor Relations! Der letzte Tag brachte noch einige spannende Erkenntnisse und vor allem einen Rucksack voller Tipps für die tägliche Arbeitspraxis eines IR-Managers.
Vorab noch einen herzlichen Dank an alle Follower auf Twitter und Facebook, die meine Blogeinträge zur NIRI so aufmerksam gelesen, kommentiert und retweetet haben – allen voran @pkiss, @ThomasRos und @irwebreport. So macht das Bloggen Spaß!
Was also ist mir in den letzten Workshops am stärksten im Gedächtnis geblieben? Was hat am meisten Eindruck hinterlassen? Mit Sicherheit der Vortrag von Debby Kelly von der Unternehmensberatung Genesis. Debby, die nach eigenen Angaben über 30 Jahre Erfahrung im Bereich Corporate Communication, Investor Relations, Corporate Affairs und Krisenmanagement verfügt, präsentierte eine Top 10 Best Practice-Liste für Strategische IR, die ich hier gern – ein wenig frei übersetzt – wiedergeben möchte:
STRATEGIC IR TOP 10 BEST PRACTICES:
1. Definieren Sie Ihre IR-Aufgaben UND betten Sie diese in Ihren persönlichen Strategie-Plan ein. Dieser Plan sollte Risiken und Ziele Ihrer IR-Arbeit benennen und klar darlegen, wofür Sie Verantwortung übernehmen. Stimmen Sie Ihren Strategie-Plan mit dem Vorstand ab und fordern Sie regelmäßig Feedback ein.
2. Stimmen Sie Ihren Strategie-Plan auch mit der Gesamtstrategie Ihres Unternehmens ab.
3. Etablieren Sie eine “Best Practice”-Veröffentlichungsstrategie, die natürlich den gesetzlichen Bestimmungen folgen muss, darüber hinaus aber genau definiert, wer wann was sagt. Eine One-Voice-Policy ist unabdingbar. Folgen Sie Ihrer Veröffentlichungsstrategie konsequent – so schaffen Sie Glaubwürdigkeit durch transparente Kommunikation.
4. Evaluieren Sie in regelmäßigen Abständen Feedback von Investoren und Analysten, und passen Sie Ihre IR-Arbeit gegebenenfalls an.
5. Schaffen Sie eine überzeugende “Equity Story”, in der Sie die Kernbotschaften Ihres Unternehmens festlegen. Erläutern Sie auch Visionen, Strategien und USPs Ihres Unternehmens. Nehmen Sie regelmäßig Feedback von Investoren und Analysten hierzu auf.
6. Aktualisieren Sie Ihre Equity Story regelmäßig.
7. Ihre Arbeit besteht zu einem großen Teil aus (externer & interner) Kommunikation. Priorisieren Sie Ihre Kommunikationsaufgaben. Konzentrieren Sie sich dabei zunächst auf die Kommunikation mit Analysten, Investoren und Journalisten. Die Kommunikation mit weiteren Stakeholdern ist wichtig, hat aber einen nachrangigen Stellenwert.
8. Betreiben Sie intensive persönliche Kontaktpflege – die mit Abstand wichtigste Aufgabe eines IR-Managers.
9. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie Fortschritte bei der Erreichung Ihrer persönlichen Ziele verzeichnen können.
10. Geben Sie dem Vorstand Feedback.
Das hört sich alles natürlich einfach an und schreibt sich auch leicht runter. Die Aufgaben werden in einer (zumindest gefühlt) immer komplexer werdenden Kommunikationswelt aber nicht weniger. Da ist es doch Balsam für die geplagte IR-Manager-Seele, dass – jüngsten Umfragen zufolge - Buy-Side-Analysten den IROs eine immer wichtigere Rolle beimessen. Brian Rivel, President der Rivel Research Group, präsentierte in seinem Vortrag weitere spannende Erkenntnisse, basierend auf hunderten repräsentativer Telefoninterviews. Brian zufolge hat in den letzten Jahren die Bedeutung der Glaubwürdigkeit des Managements in den Augen der Buy-Side ebenso zugenommen wie die Bedeutung einer effektiven Unternehmensstrategie.
Noch interessanter erscheint mit folgende Zahl: 74% der befragten Buy-Side-Analysten gaben an, dass die Arbeit des IR-Managers Einfluss auf die Bewertung des jeweiligen Unternehmens habe.
Und zum Schluss gab Rivel noch einen Tipp: Analysten erwarten, dass IR-Manager sich nicht nur mit dem eigenen Unternehmen auskennen, sondern auch mit der Entwicklung der betreffenden Branche sowie dem Wettbewerb. “Be the internal sell-side analyst!”, so Rivels Rat.
Ich verabschiede mich hiermit von San Diego und auch – bis zum nächsten Blogpost – von Ihnen. Beste Grüße vom anderen Ende der Welt!