obs-Clipping des Monats: Pressebild von Nord Stream in der Süddeutschen Zeitung
Mit einem Festakt in Wyborg bei St. Petersburg wurde am 9. April der offizielle Startschuss für den Bau der Nord Stream Pipeline gegeben. Die Pipeline, die russisches Erdgas ohne Umweg über Transitländer direkt nach Deutschland leiten soll, wird nach jahrelangem Tauziehen nun endlich gebaut.
Am 30. März und damit wenige Tage vor dem offiziellen Baubeginn der Pipeline hat die in Berlin ansässige PR-Agentur Hill & Knowlton den Medien im Auftrag des Nord Stream Konsortiums ein Pressebild angeboten, auf dem die Einfahrt des Verlegeschiffes „Castoro Sei” in die Ostsee zu sehen ist.
Die Nord Stream-Pipeline ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte dieser Jahre und wird die Öffentlichkeit wegen ihrer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung sicherlich auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Deshalb ist es sinnvoll, das Projekt mit intensiver Pressearbeit zu begleiten und dabei für die PR-Kommunikation auch Fotos einzusetzen.
Da vorauszusehen war, dass zahlreiche Medien in Deutschland über den Startschuss des Großprojektes berichten würden, war der Zeitpunkt zur Platzierung eines PR-Bildes in den Medien günstig gewählt. Denn eine ausführliche Berichterstattung in Zeitungen und Online-Medien weckt immer auch einen Bedarf an geeigneten Pressefotos.
Foto- und Nachrichtenagenturen haben natürlich auch Pressebilder zum Thema Nord Stream-Pipeline in ihrem aktuellen Angebot. Bisher waren darauf vor allem die bei Mukran auf Rügen gelagerten Rohre zu sehen, die noch darauf warten, auf dem Grund der Ostsee verlegt zu werden. Das von Nord Stream verbreitete Pressebild fällt da sichtbar aus dem Rahmen: Das Unternehmensfoto ist eine stimmungsvolle Nachtaufnahme, die das Verlegeschiff bei der Durchfahrt durch den Großen Belt zeigt. Überraschenderweise ist die Store Belt-Brücke dominant im Vordergrund positioniert, während die „Castoro Sei” nur sehr klein im Hintergrund zu erkennen ist.

<Veröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung vom 8. April 2010>
Die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Nord Stream verantwortlichen Berater haben das Foto sicherlich nicht zufällig ausgewählt. Mit dem eigenen Bildangebot will Nord Stream zunächst sicher stellen, dass allen Redaktionen Bildmaterial zur Verfügung steht. Darüber hinaus geht es aber auch darum, über das Foto eine Botschaft in den Medien zu platzieren: Einerseits signalisiert die Einfahrt des Verlegeschiffes durch das Tor der Ostsee dass die Verlegung der Pipeline beginnt. Andererseits kann man dieses Bild auch als Symbol für den “Brückenschlag” verstehen, den die Ostseepipeline künftig in der Energieversorgung darstellen wird.
Nach der Verbreitung über den Originalbildservice (obs) von news aktuell ist das PR-Bild von Nord Stream bisher in der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung, auf sueddeutsche.de, in WELT Online (einschließlich der online-Ausgabe der Berliner Morgenpost) sowie in der Mittelbayerischen Zeitung veröffentlicht worden.
Die visuelle Botschaft von Nord Stream hat damit nachweislich viele Leser erreicht.
Weitere Beispiele von PR-Bildern, die ihm Rahmen der Unternehmenskommunikation eingesetzt wurden, finden Sie in unserer Fotogalerie im Presseportal. Thematisch verwandt sind Best Practise-Beispiele der Schott AG / Desertec-Projekt (PDF-Dokument) sowie des Dubai Department of Tourism and Commerce Marketing (PDF-Dokument).

<Veröffentlichung in der Mittelbayerischen Zeitung vom 9. April 2010>



Silvia Rudolf
Die stimmungsvolle Visualisierung rückt die ökologische Bedenklichkeit der Aktion geschickt in ein wesentlich besseres Licht. Kompliment an die Öffentlichkeitsarbeit von Nord Stream.
Arno A. Evers
Sehr leicht durchschaubares “Greenpainting”. Schade, das SZ, Welt online und weitere Konsorten darauf reinfallen. Die ökologische Benklichkeit ist durch die Veröeffentlichung stimmungsvoller Bilder mitnichten aus der Welt. Wer ist schuldig? Im Prinzip alle Beteiligten, sie sollten über Ihren Anteil an derartigen Aktionen nachdenken! Weiteres hier: http://www.hydrogenambassadors.com
Frank Schleicher
“Greenpaining” ist ein starkes Wort. Trifft in diesem Fall aber nicht den Kern der Sache. Ich würde eher sagen, dass Nord Stream ein Pressebild mit Erfolg eingesetzt hat, um der Öffentlichkeit ein positives Bild vom diesem Projekt zu vermitteln. Das ist Imagebildung über PR-Fotografie, die in diesem Fall gut funktioniert hat. Ein grünes Image wird diesem Projekt damit aber nicht verpasst. Ich denke, das würde auch beim besten Willen nicht funktionieren.
Arno A. Evers
Das Zitat von Frau Rudolf:
>>> Die stimmungsvolle Visualisierung rückt die ökologische Bedenklichkeit der Aktion geschickt in ein wesentlich besseres Licht. Kompliment an die Öffentlichkeitsarbeit von Nord Stream.<<<Ende Zitat Rudolf
sind in der Tat starke Worte. Hier sollten alle Beteiligten einmal darueber nachdenken, wie mit der "besorgten Bevoelkerung" umgegangen wird. Kann man das so machen, das ist die Frage.